Helmut Blöcker

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Ökologisch ist …
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... alles andere als nur chic, und alles hängt mit allem zusammen!

MERKSATZ: Ökologische Politik ist gut für die Wirtschaft, für die Umwelt, für soziale Sicherheit, für die Stärkung des Friedens und macht die Staaten der Welt frei für eine gleichberechtigte Zusammenarbeit in der Globalisierung.

Über zwanzig Jahre nach Gründung der grünen Partei in Deutschland kennt jeder den Begriff Ökologie. Ökologisch und Grün sind zu Synonymen geworden. Viele schmücken ihre Produkte, Ideen und ihr Verhalten mit einem dieser Zusätze.

Aber, ist Atomkraft wirklich Öko-Energie, wie es Ronald Pofalla (CDU) darstellt? Ist Fleisch aus Argentinien wirklich weniger ökologisch als europäisches, das kreuz und quer durch Europa zu verschiedenen Produktions-, Verarbeitungs- und Verkaufsstellen transportiert wird? Kann Nanotechnologie ökologisch vertretbar eingesetzt werden? Auf welches Öko-Zertifikat kann ich mich (etwa in Supermärkten) verlassen? Führen stetige Wachstumsimpulse durch die Produktion ökologischerer Produkte nicht genau wie stetige Impulse in der traditionellen Wirtschaft an die „Grenzen des Wachstums“ (Club of Rome, 1972) und gefährden damit die Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen?

Die Erde

Spätestens, wenn Frau Merkel, die ja ein ausgesprochener Kohle- und Atomkraftwerksfanatiker ist, mal so eben flott als Klima-Kanzlerin betitelt wird, dann ist es an der Zeit, energisch gegenzusteuern.

Beginnen muss das politische Gegensteuern mit einer systematischen Bestandsaufnahme und einer entsprechenden Neubesinnung auf Grundlagen grüner Politik und die Neujustierung ihrer Vermittlung. Auf dem Weg dahin fasst Stefan Probst hier einige grundlegende Ansätze und Diskussionsergebnisse zusammen.

Ökopolitische Strategien folgen Leitbegriffen der Umweltschädlichkeit wie

  • Schadstoff (chemisch-pharmakologische Zusammenhänge),
  • natürliches Gleichgewicht (biologische Zusammenhänge; Regelkreise, wie sie auch in der Elektronik oder in der Molekularbiologie zu finden sind)
  • Ressourcen (Knappheit bestimmter Rohstoffe, verantwortungsvoller Umgang mit erneuerbaren Ressourcen, Vermeidung nicht-erneuerbarer Ressourcen)
  • Empathie (gegen eine Politik der Unterwerfung der Natur, weil es Menschen nicht zusteht, Lebewesen Gewalt anzutun).

Die Aufgabe von Wissenschaft, Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und Politik ist es nun, aus den Beziehungen zwischen diesen Leitsätzen Konzepte einer ökologischen Politik zu entwickeln. Hierbei ist Empathie unverzichtbar, aber keine hinreichende Dimension ökologischer Politik. In diesem Dreiklang der oben erwähnten parlamentarischen und ausserparlamentarischen Kräfte muss auch einer schleichenden Marginalisierung und Entpolitisierung der Ökologiepolitik entgegengearbeitet werden. Gefahren drohen durch parlamentarisches Abarbeiten an Details und vor allem durch immensen Mitteleinsatz der Verfechter von unökologischen Großprojekten.

Grüne Politik muss immer auch Politik der Ökologie sein, weil - wie leicht zu zeigen - ökologisch ausgerichtete Politik in praktisch jedes andere Feld der Politik hineinwirkt. So ist zum Beispiel die Außen- und Militärpolitik vieler Staaten wesentlich von der Sicherung der Energierohstoffe und dem Handel mit ihnen bestimmt. Dies führt zu Kriegen (wirtschaftlich oder gar militärisch) und bestimmt in vielen Staaten die soziale Realität der Bevölkerung. Also muss (erst recht in Zeiten einer globalen Finanz- und Wirtschaftskrise mit sich gerade abzeichnenden katastrophalen Folgen) die Notwendigkeit einer Durchdringung der Politik mit ökosozialen Bezügen in der öffentlichen Diskussion immer wieder dargestellt werden.

Die Grünen haben mit ihrem Beschluss über das Konzept eines „Grünen New Deal“ den Weg aus der Krise aufgezeigt. Er folgt wesentlich den Ideen des britischen Ökonomen Keynes, denen zum Beispiel auch der frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt nahe stand. Allerdings ergänzen die Grünen den ursprünglichen Keynesianismus durch den elementar wichtigen Bestandteil der Nachhaltigkeit durch ökologische Ausrichtung. Der Öko-Keynesianismus des „Grünen New Deal“ wird uns ein gutes Stück auf dem Weg helfen, aus krisenhaften Situationen herauszukommen. Gelingt es, diese Politik umzusetzen, so wird ein Beleg für den oben schon erwähnten Merksatz vorliegen:

Ökologische Politik ist gut für die Wirtschaft, für die Umwelt, für soziale Sicherheit, für die Stärkung des Friedens und macht die Staaten der Welt frei für eine gleichberechtigte Zusammenarbeit in der Globalisierung.

 

 

Spruch des Tages

Es kann sein, dass der Markt mit den Preisanstiegen beim Öl etwas übertrieben hat.“ - David Morre, Commonwealth Bank of Australia
„Wir müssen das Öl verlassen, bevor es uns verlässt.“
Bärbel Höhn, Bündnis 90/Die Grünen